Mai
28

Neue Bürgermeisterin in Collecchio

Am letzten Sonntag fanden in Butzbachs Partnerstadt Collecchio nicht nur die Europawahlen, sondern auch Bürgermeisterwahlen statt. Seit 2009 bekleidete Paolo Binachi sehr erfolgreich das Amt des Bürgermeisters und wurde 2014 in seinem Amt als Bürgermeister bestätigt. Nach italienischem Recht ist eine dritte Amtszeit nicht möglich. Die Bürgermeisterwahlen in Collecchio wurden auch in Butzbach mit Spannung verfolgt.
Gewählt wurde Maristella Galli. Sie wurde mit 53,93 % der Stimmen gewählt und hat damit die Gegenkandidatin (46.07%) von der „Lega“ geschlagen.
Maristella Galli ist Grundschullehrerin und lebt im Stadtteil Madregolo. Sie hat sich für Kinder mit Lernschwierigkeiten und deren Eltern eingesetzt, war von 2004 bis 2009 Assessorin für Kultur und hat dort zahlreiche Initiativen für Frauen angestoßen, die Opfer von Gewalt und Missbrauch geworden sind. Sie hat sich auch um die Beschäftigungsmöglichkeiten für junge Frauen gekümmert und war von 2009 bis 2014 Vizebürgermeisterin im Stadtkabinett von Paolo Bianchi und gehört der gleichen Partei wie Ihr Vorgänger an, der Partito Democratico. Die Stadt Butzbach, der Städtepartnerschaftsverein Butzbach e.V. und alle Freunde unserer Partnerstadt hoffen, die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Collecchio fortsetzen zu können. Die Stadt hat herzliche Glückwünsche und eine Einladung zum Weinfest und dem städtepartnerschaftlichen Treffen unter dem Motto „Typisch hessisch“ an die neue Bürgermeisterin ausgesprochen. Der Besuch mit Gästen aus der Partnerstadt ist vom 21.-23. Juni geplant.

Mai
07

Der Städtepartnerschaftsverein …

hatte zur am 30. April zur Multivision „Das Europäische Parlament-Stimme der Bürger!?“ mit dem Politologen und Journalisten Ingo Espenschied eingeladen. Anlass war die bevorstehende Europawahl. Ca. 400 Gäste waren der Einladung gefolgt, darunter allein 370 Schüler von drei Butzbacher Schulen. Die These, die Espenschied aufstellte war, dass das Europäische Parlament mit in seinen vielfältigen Aufgaben und Funktionen zu wenig bekannt sei. Mit 751 Abgeordneten aus bisher noch 28 Staaten, zeigte er nicht nur die Sitzungsordnung des Europäischen Parlamentes nach Parteien, sondern machte auch die umfänglichen Aufgaben des Parlamentes deutlich. Im Zuge der Realisierung des Schumann Plans wurden in den 50 er Jahren die Hohe Behörde, der Ministerrat und die gemeinsame Versammlung als Institutionen geschaffen. Heute sind daraus die Europäische Kommission, der Ministerrat und das Europäische Parlament geworden. Mit dem Vertrag von Lissabon 2009 wurden die Haushaltsbefugnisse des Parlamentes auf sämtliche Ausgaben der EU ausgeweitet, die legislative Rolle des Parlamentes ebenfalls erheblich gestärkt. Auch die Verweise der Auswirkungen der Parlamentsbeschlüsse auf den Alltag der Bürger fehlten nicht: unter anderem wurden der Wegfall der Roaming-Gebühren genannt und die Gesetzte um die Datenschutzgrundverordnung. Nach dem einstündigen Vortrag schloss sich eine Diskussion und Fragerunde an. Beeindruckend war die rege Beteiligung der Schüler und durch ihren Applaus demonstrierten sie immer wieder eine klare Haltung für die EU. Erwachsene wie Schüler waren beeindruckt von der gehaltvollen und wunderbaren Präsentation. Unterstützt wurde die Veranstaltung von der Volksbank Butzbach, durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogrammes „Demokratie leben“ und von der Stadt Butzbach.

Bild: Rüdiger Fanslau

Apr
28

Partnerschaftsjubiläum mit neuer Bürgermeisterin

Anlässlich des 10 -jährige Jubiläums der Rückunterzeichnung des Partnerschaftsvertrages zwischen Butzbach und Saint-Cyr-l’Ecole hatten die französischen Freunde zum Besuch nach Saint-Cyr eingeladen.
Unter der Ägide der neuen Bürgermeisterin, Sonia Brau, die seit dem 21. Februar 2019 im Amt ist und zuvor schon seit einigen Jahren als erste Stadträtin fungierte, hatten sich die Freunde aus Saint-Cyr ein besonderes und umfängliches Kulturprogramm ausgedacht, das nicht nur Paris, und besondere Besichtigungen in der so kulturverwöhnten Region der Ile de France einschlossen, sondern auch die „Cuisine Francaise“ als immaterielles Kulturgut in den Mittelpunkt rückten. Der auch in Butzbach immer wieder gern gesehene und beliebte Bürgermeister Bernard Debain war am 14. Februar überraschend von seinem Amt zurückgetreten und nun als Freund beim Treffen anwesend.
An allen drei Besuchstagen des vorösterlichen Wochenendes war die Bürgermeisterin Brau aktiv dabei, begrüßte die Gäste, beglückwünschte Bürgermeister Michael Merle zu seiner erfolgreichen Wiederwahl im letzten Jahr und wurde bei allen Aktionen von dem Vorgänger im Amt, Bernard Debain, unterstützt. Braus Dank ging an Michael Merle und Bernard Debain, die die Städtepartnerschaft vor 10 Jahren ins Leben gerufen hatten und die beiden Partnerschaftsvereine, die diese freundschaftliche und herzliche Verbindung immer wieder mit Leben erfüllen. Brau und Debain demonstrieren, dass Ihnen die Partnerschaft mit Butzbach sehr am Herzen liegt, ebenso die Arbeit für ein brüderliches geeintes, friedliches und vielfältiges Europa. Sie präsentierten ein phantastisches Programm, das mit dem Vorsitzenden des Comité de Jumelage, Alain Iturralde, erarbeitet und umgesetzt wurde.

Sonia Brau (Mitte), die neue Bürgermeisterin von St.-Cyr, gewann die Sympathien durch ihre offene, junge und tatkräftige Art im Nu. Bild: Rüdiger Fanslau

Am Ankunftstag besuchte die 64 köpfige Delegation Meudon, zwischen Paris und Versailles gelegen und einstmals Wohnort zahlreicher deutscher wie französischer Künstler. Meudon steht heute mit zwei Instituten für Luft und Raumfahrt und einem Observatorium für die wissenschaftliche Forschung. Vom Wohnhaus mit Garten und Atelier, des berühmten französischen Plastikers August Rodin hatten die Delegationsmitglieder einen traumhaft schönen Blick auf die Windungen der Seine und Paris. Ein kunsthistorischer Leckerbissen war auch der Blick in den Saal der einzigartigen Gipsstatuen des Künstlers. Ein Panoramablick auf Paris mit Eiffelturm, Sacré Coeur und den Tour Montparnasse vom Schlosspark des alten und neuen Schlosses in Meudon krönten diesen Abstecher auf der Hinfahrt.

Die Butzbacher Delegation im Schloßpark von Meudon. In den vorderen beiden Reihen die Magic Colours. Ganz rechts der liebevolle und immer wieder überaus hilfsbereite Alain Iturralde vom Comité de Jumelage. Bild: R. Fanslau

Das Städtepartnerschaft nicht nur die Kultur und Historie im Auge hat, sondern man auch immer den Alltag der Partner miterlebt, zeigte der Ausflug nach Paris.
Auf der berühmten Prachtstraße Champs Elysées waren über zwei Kilometer vom Arc de Triomphe bis zum Place de la Concorde dicht an dicht Einsatzwagen der Polizei mit stark ausgerüsteten Einsatzkommandos auf dem Mittelstreifen präsent. Die berühmte Avenue war an einem sonst so trubeligen Samstagmorgen menschenleer, Schaufenster mit Holz vernagelt, auch zeigten Schaufenster noch die Einschläge der Steine von Randalierern. Der Eiffelturm war weitflächig abgesperrt und das Verkehrsaufkommen mehr als dicht durch zahlreiche gesperrte Straßen und Metrostationen. Aktionen der Gelbwesten waren zwar nicht zu sehen, halten die Polizei und die Landeshauptstadt jedoch immer wieder in Atem.
Ins Quartier Latin, dem Viertel der Intellektuellen und Studenten links der Seine, führten hervorragende Gästeführerinnen zur berühmten Universität Sorbonne, die 1253 gegründet wurde und sich mit allein 13 Instituten und ca. 300 000 Studenten das Bildungszentrum der Elite im ältesten Stadtteil von Paris markiert. Prachtvolle Kirchen wie Saint Séverin, wohl eine der schönsten Kirchen im spätgotischen Stil und Saint Etienne du Mont mit prächtigem Lettner und dem Schrein der Pariser Stadt-Heiligen Sainte Geneviéve vervollständigten das Bild des lateinischen Viertels. Cafés und Bistros luden zum Verweilen ein und die Sonne vervollständigte den Zauber des Augenblicks. Vom Pantheon, dem Ehrentempel für und der Gedenkstätte an berühmten Franzosen ging es per Pedes zur RER Station am Invalidendom und zurück in die Partnerstadt.
An den beiden Abend hielten die Gastgeber jeweils ein wunderbares Buffet mit Köstlichkeiten wie einem Dinner-Cocktail, Quiche und Stopfleber, diversen Amuses gueules und Petit Fours, Salaten, Lachs, Kuchen, baskischem Hähnchen und Mousse au chocolat bereit. Das Miteinander unter den französischen und deutschen Freunden förderte eine Fotobox, an der alle viel Spaß hatten und einen DJ, der zum Tanzen animierte und den die Butzbacher und Franzosen einfach umwerfen fanden. Nicht enden wollenden Applaus erhielt die Showtanzgruppe der Magic Colours aus unseren heimischen Gefilden für ihren Tanz „Revolution“ im „kiosque à music“ im neuen Stadtteil von St.Cyr, Charles Renard, wie auch für ihre Fliegershow, die mit „encore“ ( Zugabe) –Rufen der Gastgeber, die Begeisterung des Publikums spiegelte.
Einen Ausklang nahm der Besuch am Sonntagmorgen mit einem Spaziergang im nahe gelegenen Bois de la Minière, einem Naherholungsgebiet, und dem Abschiedsimbiss im Rathaus, wo Sonia Brau und Bernard Debain an alle Teilnehmer Abschiedsgeschenk verteilten und besonders den Magic Colours wie allen Mitwirkenden noch einmal dankte. Jeder Teilnehmer erhielt ein Buch über Saint-Cyr und Köstlichkeiten wie Rotwein und Honig. Die Gastgeber präsentierten sich bei diesem Treffen wieder mit liebevoller Gastlichkeit und moderne Ausgestaltung des Festes überaus generös.

Apr
28

Multimediale Show informiert über das Europäische Parlament und die Europawahlen

Am Dienstag, den 30. April lädt der Städtepartnerschaftsverein Butzbach um 10.00 Uhr zur Multimediashow „ Das Europäische Parlament-Stimme der Bürger!?“ in das Bürgerhaus Butzbach in der Gutenbergstraße ein. Der in Butzbach bestens bekannte Diplompolitologe Ingo Espenschied, der in Mainz, an der Pariser Sorbonne und der Londoner School of Economics Internationale Politik studiert hat, gilt als ausgewiesener Experte für europäische Beziehungen. Er sagt: „Nur wer Fakten und Zusammenhänge kennt, kann Politik richtig beurteilen.“ Deshalb macht er sich auf, um Europa mit seinen Institutionen zu erklären.
Am 26. Mai 2019 finden die neunten Wahlen des Europäischen Parlamentes statt. Seit 1979 wird dieses Parlament frei und direkt von seinen Bürgern gewählt. Deshalb hat sich der Politologe nach Straßburg und Brüssel begeben, hat dort mit Abgeordneten verschiedenster
Parteien gesprochen und den Parlamentariern wie auch der Verwaltung bei ihrer täglichen Arbeit über die Schulter geschaut. Er klärt dabei Fragen wie: „Ist Deutschland wirklich der Zahlmeister der EU? Was hat es mit den krummen Gurken und Europa auf sich?“
Ein Blick zurück in die bewegte Geschichte des Europäischen Parlamentes schafft zusätzlich Klarheit. Was als kleine, vor allem repräsentative Institution begann, ist im Laufe von mehr als 65 Jahren zu einem wichtigen politischen Player innerhalb der EU herangereift. Das Europäische Parlament ist heute wichtiger Gesetzgeben in Europa und betrifft mit seinen Entscheidungen immer wieder das Alltagsleben der Bürger. Espenschieds Ziel ist es, Europa verständlich zu erklären, seine Sprache ist klar, inhaltlich reduziert er auf Kernbotschaften und projiziert auf Großbildleinwand. Im Anschluss an die Präsentation wird der Referent Fragen aus dem Publikum beantworten. Die Veranstaltung wird unterstützt von der Stadt Butzbach, der Volksbank Butzbach und durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben“. Die Veranstaltung ist für die Teilnehmer kostenfrei.

Bild: Ingo Espenschied moderierte live die multimediale Show zum Europäischen Parlament und beantwortet Fragen der Zuschauer.

Apr
28

Pressemeldung – Spontaner Auftritt der Magic Colours vor dem Panthéon

Mit viel Engagement hatte die Showtanzgruppe der Magic Colours um Kirsten Jäger die Stadt Butzbach bei den Feierlichkeiten zur 10-jährigen Partnerschaft mit dem Pariser Vorort Saint-Cyr-l’École kulturell vertreten. Ein Höhepunkt war ihr Auftritt vor dem Panthéon in Paris: Ohne Vorankündigung hatten die jungen Tänzerinnen zur Überraschung der Reisegruppe aus Butzbach mit über 60 Teilnehmern einen akrobatisch anspruchsvollen Auftritt im Quartier Latin, dem Viertel der Künstler und Intellektuellen, präsentiert. Zahllose Touristen drückten ihre Smartphones durch das Absperrgitter vor dem Monument und jubelten den Mädels zu. Das war einmalig im doppelten Sinne, denn ein Ordnungshüter war davon deutlich weniger begeistert. Am Ende zeigte er sich aber von seiner großzügigen Seite. Eigentlich sollte der Auftritt vor der Kathedrale Notre Dame stattfinden, die jetzt ein Opfer der Flammen zu werden drohte – ein Schock nicht nur für die gesamte Reisegruppe und Tänzerinnen, die wir hier ohne jegliche Vorahnung fröhlich tanzen sehen.

Fotos: Rüdiger Fanslau

Apr
17

Pressemeldung – Entsetzen über den Brand von Notre-Dame

Bild: Die Butzbacher Delegation zwei Tage vor dem Brand der Kathedralen Notre–Dame in Paris. Foto: Rüdiger Fanslau

Zum Brand in der Kathedrale Notre Dame zeigen Jung und Alt in Butzbach große Betroffenheit. Immer wieder kommen Zeichen des hellen Entsetzens, Tränen und Mitgefühl bei der ersten Vorsitzenden des Städtepartnerschaftsvereins, Christine Borchers-Fanslau, an.
Man kann und mag nicht glauben, was der Fernseher gestern Abend und heute Nacht präsentierte, denn vom 12.-14. April, also gerade am letzten Wochenende, war eine große Delegation aus Butzbach in der Partnerstadt Saint-Cyr-l’Ecole. Am Samstag besuchten die insgesamt 64 Teilnehmer Paris und das Quartier Latin, das unmittelbar südlich der Ile de la Cité und damit von Notre-Dame liegt. Bürgermeister Michael Merle, ebenfalls Vereinsmitglied, schreibt dazu: „Erst am Samstag haben wir auch Notre Dame bei unserem Paris-Besuch bestaunen können. Nun dieses schreckliche Unglück. In solchen Momenten fährt einem der Schreck in die Glieder und man fühlt mit unseren französischen Freunden.“ Dr. Peter Rothkegel schreibt: „Wir waren vor 15 Jahren in einem Orgelkonzert! In Notre Dame vibrierte der Boden bei den tiefen Bässen!“ In der Tat steht in Notre Dame die größte Orgel des Landes. Man mag sich nicht vorstellen, welche Schätze dort verloren gehen, selbst wenn die Liebfrauenkirche wieder aufgebaut wird. Notre–Dame ist Frankreichs meist besuchte Sehenswürdigkeit und zieht mit geschätzten 13 Millionen Besuchern pro Jahr doppelt so viele Bewunderer an wie der Eiffelturm. Die Geschichte der Grande Nation ist mit dieser Kirche im ältesten Stadtteil verbunden: Ludwig IX. ließ in der Kathedrale die vermeintliche Dornenkrone Jesu deponieren und lockte damit die Pilger nach Paris. Die als Ketzerin verbrannte Jeanne d´Arc wurde im Gotteshaus rehabilitiert. Napoleon setzte sich hier 1804 selbst die Kaiserkrone auf, und im August 1944 wurde die Staatsmesse zur Befreiung Frankreichs selbstverständlich ebenfalls in Notre Dame abgehalten. Staatsgäste werden nach Notre Dame eingeladen.

Ein Bronzestern im Boden vor Notre Dame markiert nicht nur das Zentrum von Paris, sondern auch den Nabel von Frankreich. Seit dem Mittelalter werden von diesem Punkt auf der Seine-Insel die Entfernungen zu allen französischen Städten berechnet. Das Meisterwerk mittelalterlicher französischer Architektur mit der Panoramaterrasse des 69 m hohen Südturms mit dem Blick auf „tout Paris“, den einzigartigen und wohl größten Fensterrosetten ist für viele Butzbacher ein Stück abendländische Kultur, in jedem Falle aber ein Symbol für die Kultur Europas und für Europa schlechthin. Es blutet das Herz, dieses Bauwerk in Flammen zu sehen, der Verlust ist immens und das Mitgefühl für die Freunde in Frankreich ist groß.

Christine Borchers-Fanslau

V.i.S.d.P.:
Rüdiger Fanslau
Pressesprecher des Städtepartnerschaftsvereins Butzbach e. V.
Geschäftsstelle:
Stadtkultur, Schlossplatz 1, 35510 Butzbach
ruediger.fanslau@t-online.de

Okt
11

Städtepartnerschaftliches Treffen in Verdun

Aus Anlass des Gedenkens an das Ende des 1. Weltkrieges vor 100 Jahren trafen sich Anfang Oktober zwei große Delegationen der Partnerstädte Saint-Cyr-l’Ecole und Butzbach in Verdun am Beinhaus „ossuaire“ in Douaumont.

Kaum eine Schlacht steht so sehr für die Schrecken des 1. Weltkrieges wie die Schlacht um Verdun. Sie wütete von Februar bis Dezember 1916. Nie wieder starben so viele Soldaten auf so engem Raum. Der Wahnsinn des „grande guerre“ wie ihn die Franzosen nennen, endete am 11. November 1918. Bis heute ist der 11. November in Frankreich der Gedenktag für die Gefallenen des 1. Weltkrieges.

In einer feierlichen Zeremonie, begleitet von Klängen der französischen Kapelle der Saint Cyrienne, legten beide Delegationen im Ossuiare de Douaumont Kränze für die verstorbenen französischen und deutschen Soldaten nieder. Landtagspräsident Norbert Kartmann, Schirmherr des partnerschaftlichen Wochenendes, würdigte die Begegnung der Vertreter der beiden verschwisterten Städte als ein bedeutendes Ereignis bei dem sich die Beteiligten stellvertretend für Ihre Völker versammelten hätten. Letztlich sei es der 2. Weltkrieg, der den nationalistischen Prägungen der meisten europäischen Staaten den Boden entzogen hätte und europäischem Denken zum Durchbruch verholfen habe. Schon Aristide Briand und Gustav Stresemann hätten eine europäische Union als gesamteuropäische Idee zwischen den Kriegen vertreten, aber erst nach dem totalen Zusammenbruch 1945 habe das gemeinsame Europa Wirklichkeit werden können. Der Elysée-Vertrag von 1963 habe dann den Grundstein für ein festes Band zwischen Frankreich und Deutschland gelegt. Kartmann erinnerte auch an das Bild Mitterands und Kohls 1984 Hand in Hand, als Bild eines unverbrüchlichen Symbols der deutsch-französische Freundschaft. Für den aufkeimenden Nationalismus in vielen Ländern Europas gebe es nur eine einzige Antwort: Nein. Der Jugendstadtrat aus Saint-Cyr verlas den Brief eines Soldaten, der vom Weihnachtsfest in den Schützengräben berichtete und auch die Schüler der Geschichtsreisen AG der IGS Schrenzerschule verlasen eine Grußbotschaft.

Die ca. 120 Teilnehmer an diesem Treffen hatten Gelegenheit das 137 m lange Beinhaus, das im Innern über und über mit Gedenktafeln verstorbener Soldaten ausgestattet ist, wie auch die sterblichen Überreste der ca. 130 000 unbekannten Soldaten im Untergeschoss des Beinhauses und den immens großen Friedhof sowie die Schützengräben zu besichtigen. Das Elend und den Schmerz, den dieser apokalyptische Krieg hinterlassen hat, ist durch das Erleben in Verdun konkret geworden. Der große Bogen konnte am Sonntag mit der Multivision „Verdun, der 1. Weltkrieg und due Friedensbotschaft von Fiquelmont“ gespannt werden.

Bild: Rüdiger Fanslau - Die Delegationen der Städte Saint-Cyr-l’Ecole und Butzbach ziehen unter den Klängen des Orchesters der Saint-Cyrienne zum Beinhaus in Douaumont. Die Fahnenträger der deutschen Fahne und der Stadtfahne von Butzbach sind Schüler der Geschichtsreisen AG der Schrenzerschule, die es sich nicht nehmen ließen auch in den Ferien von diesem Reiseangebot der Stadt gebraucht zu machen.

Bild: Rüdiger Fanslau - Zu einer Schweigeminute vor der Gedenktafel zum Besuch des Staatspräsidenten Mitterand und Bundeskanzler Kohl 1984 und mit Blick über den Gräbern der Soldaten trafen sich beide Delegationen: In der Bildmitte (v.l.n.r.) Landtagspräsident Norbert Kartmann, Bürgermeister Michael Merle, Stadtrat Christoph Jung und Bürgermeister Bernard Debain.

Bild: Rüdiger Fanslau - Blick über den Soldatenfriedhof zum Beinhaus von Douaumont.

Okt
11

Zehn Jahre Städtepartnerschaft St. Cyr L´Ecole- Butzbach

Die Büchereien Ostheim-Niederweisel und St. Cyr L´Ecole wollen Kulturaustausch beginnen

Eine ganze Reihe von Programmpunkten wies das Gemeinschaftswochenende mit den Franzosen auf, die zu Besuch nach Butzbach anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Deutsch-Französischen Städtepartnerschaft gekommen waren (Die Butzbacher Zeitung berichtete)

Ein Programmpunkt davon war eine Initiative der großen und dazu außerordentlich aktiven Bücherei Ostheim- Niederweisel, die von den Bücherexpertinnen Inge ten Oever und Gabi Kuhn geleitet wird – die Initiative „Internationaler Buchaustausch“. Die beiden Frauen wollten ihren Beitrag zum Jubiläum und zur Vertiefung der Städtepartnerschaft „St. Cyr-Butzbach“ beisteuern und packten ein großes Bücherpaket für die Bücherleser in der Bücherei in St. Cyr l´Ecole: Deshalb konnte Herr Bürgermeister Bernard Debain daraufhin zwei Bücherkisten mit vielen aktuellen deutschen Autoren in französischer Sprache, sowie mit international-bekannten französischen Autoren in deutscher Sprache in Empfang nehmen. Hinzu kamen (deutsche) Kinderbücher und Sachbücher über deutsche Landschaften, das Hessenland, unser Butzbach und natürlich eines – über ….Ostheim.

Herr Debain bedankte sich im Namen der Stadt St. Cyr l´ Ecole und betonte gegenüber den anwesenden Jugendlichen die Wichtigkeit des Erlernens fremder Sprachen und sagte zu, einen Kontakt herzustellen. Auch gemeinsame kulturelle Projekte würde auch er befürworten.
Unterstützt wurde diese Aktion durch Dr. Peter Rothkegel (der zu dieser Zeit selbst im Ausland weilte), die Buchhandlung Bindernagel Butzbach und Hubert Meyer.

Die ehrenamtlichen Bücherei -Leiterinnen Inge ten Oever und Gabi Kuhn mit einer Auswahl ihrer Buchspende für Saint-Cyr

Bürgermeister Bernard Debain nimmt die Bücherspende von Hubert Meyer entgegen.

Okt
11

Zehn Jahre Städtepartnerschaft St. Cyr L´ Ecole und Butzbach: Wanderung auf den Hausberg

Neben den vielen Programmpunkten, die sich der Vorstand des Städtepartnerschaftsverein Butzbach zu dem zehnjährigen Bestehen des Freundschaft der beiden Städte St. Cyr L´Ecole und Butzbach sich ausgedacht hatte, gehörte auch eine Wanderung mit einigen der naturverbundenen Franzosen, die diese Reise lieber zur Erholung in der Natur nutzen und in der frischen Luft auf stillen deutschen Waldpfaden genießen wollten.

Bei allerbesten Wetter und gutgelaunt ging es also am vergangenen Samstag am Marktplatz um kurz nach neun los. Während die Mitarbeiter mehrerer Politikstände auf dem Marktplatz noch (vergeblich) mit den Tücken ihrer eigenen Standtechnik kämpften, machten sich fünfzehn Leute leichten Fußes (entlang der Kleebergstraße usw.) auf den Weg zum Hausberg.
Hermann Holzfuß war als erfahrener Wanderer und heutiger Gruppenleiter in zünftiger Kleidung erschienen. Otmar Rees erwies sich als kundiger und sprachlich gewandter Landschaftskenner und erläuterte den Wandernden die Renaturierungsmaßnahmen auf dem ehemaligen Exerzier-Platz und die sonnendurchleuchteten Panoramen auf dem Hausbergturm.

Pünktlich zur Mittagszeit wurde der Hausberg-Turm erreicht, wo die „Versorgungseinheit der Truppe“ (Hansemil Bang, Hubert Meyer) schon mit solider Kost allerlei Leckereien warteten.
Natürlich durfte auch ein Umtrunk auf dem Hausbergturm nicht fehlen und so ging es dann gegen zwei Uhr gut gestärkt heimwärts über Hausen Oes und entlang der alten Marktgängerpfade Richtung Butzbach.

Okt
02

Verdun, Europa und die Friedensbotschaft von Fiquelmont

Am 7. Oktober um 10.00 Uhr lädt die Stadt Butzbach in Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung vom Politischen Bildungsforum Hessen zur Multivision über „Europa, den 1.Weltkrieg und die Friedensbotschaft von Fiquelmont“ in das Bürgerhaus Butzbach ein. Der bilinguale live moderierte Vortrag von und mit dem hochkarätigen Journalisten und Diplompolitologen Ingo Espenschied wird aus Anlass des 10 jährigen Städtepartnerschaftsjubiläums zwischen Butzbach und Saint-Cyr-l´Ecole präsentiert. Der Eintritt ist kostenfrei.

Die Präsentation auf großer Kinoleinwand ist eingebunden in ein umfangreiches Wochenendprogramm, das am Sonntag im Bürgerhaus mit einem Imbiss nach der Multivision seinen Ausklang nimmt. Anlässlich des Partnerschaftsjubiläums zwischen Saint-Cyr-l’Ecole und Butzbach möchte man gemeinsam ein Zeichen für Freundschaft und Völkerverständigung setzen, und daran erinnern, dass beide Völker viel Leid miteinander erlebt haben, aber eben auch seit über 55 Jahren gemeinsam die Zukunft Europas konstruktiv gestalten und tragen. Beide verschwisterte Städte sind Partner im Bemühen um den Frieden in Europa.

Am Freitag, den 5. Oktober werden bereits 50 Butzbacher unter der Leitung von Bürgermeister Michael Merle und Landtagspräsident Norbert Kartmann zum Treffen mit Bürgern und städtischen Vertretern aus Saint-Cyr nach Verdun reisen. Aus Anlass des Endes des 1. Weltkrieges vor genau 100 Jahren wird man gemeinsam der Toten gedenken. Am Beinhaus in Douaumont wird man Kränze zu Ehrung der gefallenen Soldaten niederlegen und ein Zeichen der Versöhnung und des Friedens setzen. Unzweifelhaft wird der Besuch in Verdun die Emotionen und Empathie der Teilnehmer beider Städte ansprechen. Der Vortrag von Ingo Espenschied wird das Geschehen des traumatischen Krieges in Worte fassen, vor allem aber die Vision eines friedlichen Europas aufzeigen. Erst 1981 fand man in einem kleinen Ort zwischen Metz und Verdun die Flaschenpost des zweiten deutschen Husarenregimentes der Reserve. In einem dramatischen Appell rufen die Soldaten die kommenden Generationen zum Frieden auf und skizzieren die Utopie eines geeinten Europas.

Das gesamte freundschaftliche Treffen mit der Fahrt nach Verdun, einem musikalischen Festabend am Samstag, den 6. Oktober ab 19.00 Uhr im Bürgerhaus sowie dem sonntäglichen Vortrag steht unter der Schirmherrschaft des Landtagspräsidenten Norbert Kartmann.

Der Vortragsprofi Ingo Espenschied präsentiert auf großer Kinoleinwand eine Show mit Wochenschaumitschnitten, Interviews und Animationen, die die Friedensbotschaft von Fiquelmont in den Mittelpunkt stellt.

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