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Jun
16

Sagenhafte Beteiligung der Partnerstadt Collecchio

Zum deutsch-italienischen Fest waren auch in diesem Jahr wieder Freunde aus Collecchio zu Gast. Beim Empfang im katholischen Gemeindehaus dankte Bürgermeister Paolo Bianchi Michael Merle und dem Magistrat für die Einladung und berichtete, dass in diesem Jahr ca. 120 Personen aus Collecchio und Umgebung, Butzbach besucht haben. Bereits zum Besuch im März mit der Tanzgruppe „Terra di Danza“ waren sogar Personen aus Parma, Reggio Emilia und Modena dabei, beim Juni-Besuch waren unter den 63 angereisten Personen allein 45, die das erste Mal in Butzbach waren. Diese Gäste wurden von Ulrike von Vormann am Sonntagmorgen durch die Butzbacher Altstadt geführt.
Neben dem Besuch des deutsch-italienischen Festes war ein besonderes Bonbon für die Gäste der Besuch in der Landeshauptstadt Wiesbaden. Sie erfuhren auf einer in Italienisch moderierten Stadtrundfahrt von der sprunghaften Entwicklung Wiesbadens zur Weltkurstadt im 19. Jahrhundert, der relativ geringen Zerstörung während des Krieges und den vielen beeindruckenden Bauten aus der Zeit des Historismus. Wiesbaden ist mit seinen 15 Thermal- und Mineralquellen immerhin eines der ältesten Kurbäder Europas und von Interesse bei den Gästen, die selbst in der Emilia Romagna zahlreiche Kurbäder haben. Die Innen- und Außenarchitektur des alten und traditionsreichen Kurhauses beeindruckte die Gäste, die damit in die kurfürstliche Zeit zurückversetzt wurden. Beim Besuch der Spielbank erfuhr man, dass es das passende Spiel für jedes Portemonnaie gibt, ob beim französischen oder amerikanischen Roulette, Black Jack oder Poker.

Bild: R.Fanslau, Gäste aus Collecchio vor der Staatskanzlei in Wiesbaden. Dieses Mal war erfreulicher Weise eine sehr gemischte Gruppe angereist, vom kleinsten Italiener im Alter von 2 Jahren über eine große Gruppe junger Leute rund um das Fußballteam von „Il Cervo“ bis hin zu Endsiebzigern waren auch von den Interessen her die Gäste buntgemischt.

Unzweifelhaft ein Höhepunkt des Besuches war die Führung durch die hessische Staatskanzlei gegenüber dem Kochbrunnenplatz. Damit erhielten die Collechieser Einblick in die Regierungszentrale Hessens mit den verschiedenen repräsentablen Räumlichkeiten und dem Amtssitz des Ministerpräsidenten Volker Bouffier. Nach einer kurzen Zeit für eigene Entdeckungen ging es zum Ausklang des Wiesbaden-Besuches in die exklusivste Wohnlage, das Villen geschmückte Nerotal. Dort nahm die große Gruppe die Nerobergbahn, die mittlerweile denkmalgeschützt und die älteste mit Wasserballast betriebene Drahtseil-Zahnstangenbahn Deutschlands ist. Vom 245m hohen Neroberg hatten die Gäste eine wunderbare Panoramasicht über Wiesbaden.

Der Städtepartnerschaftsverein überraschte auf dem Berg die Freunde mit einem Stand mit Getränken, um unter anderem mit Henkell Sekt auf die deutsch-italienische Freundschaft anzustoßen. Seit 1909 hat Henkell seinen Sitz und Teile seiner Produktion in Wiesbaden Biebrich. Heute werden auch internationale Schaumweinspezialitäten wie der italienische Mionetto über die Kellerei in Wiesbaden vertreiben. Erstaunt waren die Gäste zu hören, dass die Erfindung der kleinen Sektflaschen, des Pikkolo, bereits in die 1930 er Jahre zurückdatiert und als damalige Neuentwicklung ebenfalls aus Wiesbaden kam.
Am Sonntagmorgen klang dann das vielseitige Programm mit dem freundschaftlichen Fußballspiel des SV 1921 Nieder-Weisel gegen den ASD Polisportiva Il Cervo in Nieder-Weisel aus.

Bild: R. Fanslau, Um einen reibungslosen und für die Gäste schönen Besuch zu garantieren, bedarf es neben einem guten Programm auch vieler helfender Hände wie von Cornelia Kamphaus-Krahe und Tanja Schrenk vom Vorstand des Städtepartnerschaftsvereins. Cornelia Kamphaus-Krahe hatte mit Ihrem Mann den Getränkestand auf dem Neroberg vorbereitet. Und Tanja Schrenk erweist sich immer wieder als vielseitiges Organisationstalent, die ebenfalls mit familiärer Unterstützung umsichtig die kleinen Wünsche der Gäste vor Ort erfüllt. Bei der Bewirtung während und nach dem Fußballspiel haben viele Mitglieder tatkräftig mitgeholfen. An alle Helfer und Übersetzer geht ein herzlicher Dank.